Kritische Bibliothek
Berlin – Kopenhagen. Welche Zukunft haben große öffentliche Bibliotheken?

Öffentliche Arbeitssitzung des AK Kritische Bibliothek auf dem Bibliothekskongress in Leipzig, 15.3.2016, Thema:
Berlin – Kopenhagen.
Welche Zukunft haben große öffentliche Bibliotheken?  Peter Delin und Beate Detlefs sprechen über die Entwicklung der Zentral- und Landesbibliothek Berlin und der Hauptbibliothek in Kopenhagen. Mit anschließender Diskussion.
Moderation:  Frauke Mahrt-Thomsen (Berlin).

Einen Kurzbericht von der Veranstaltung gibt es hier:
BiblKongr.2016.Kribiblio.Kurzbericht

Das Referat von Beate Detlefs können Sie hier nachlesen:
BiblKongr.2016.Kribiblio.ReferatDetlefs+++

Hier ist der bearbeitete und erweiterte Referattext von Peter Delin:
BiblKongr.2016.Kribiblio.ReferatDelin.+++

Abstract:
Peter Delin: Die größte öffentliche Bibliothek in Deutschland, die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB), ist gezwungen, ihr seit 1997 bewährtes Bestandskonzept aufzugeben. Das Profil eines allgemeinen und wissenschaftlichen Grundbestands für die breite Bevölkerung wurde trotz der massiven Proteste abgeschafft. Die ZLB wurde nach dem traditionellen Muster aufgespalten in eine wissenschaftliche Landesbibliothek und in eine öffentliche Zentralbibliothek. Der Buchbestand für Erwachsene im neuen ÖB-Teil der ZLB wird in seiner Titelbreite zukünftig radikal reduziert.
Nach einem Überblick über die Hintergründe der aktuellen Entwicklung an der ZLB in Berlin soll die Frage gestellt werden, welche Bedeutung zukünftig noch ausgebaute, differenzierte Buch- und Mediensammlungen in großen, öffentlichen Zentralbibliotheken für die allgemeine Bevölkerung haben. Dahinter steht auch die Frage nach der Rolle dieser Zentralbibliotheken und wie sie ihrer Verpflichtung, Kultur und Wissenschaft dem allgemeinen Publikum zu vermitteln, in Zukunft gerecht werden wollen.

Beate Detlefs: Die Stadt Kopenhagen gibt sich eine neue Bibliotheksstrategie. Ein Teilprojekt der Umsetzung besteht in der Reduktion des Medienbestandes um ein Drittel. Das führte und führt zu einer lebendigen Diskussion in den dänischen Medien. Warum trennt sich z.B. die Hauptbibliothek Kopenhagens so bereitwillig von ihren Beständen? Welche Überlegungen liegen dieser Entscheidung zu Grunde? Wie artikuliert sich der Protest aus der Bevölkerung, von Autoren und Journalisten?
In Dänemark kann man heute schon Entwicklungen beobachten, die in Deutschland erst mit einiger Verzögerung eintreffen werden. Die öffentlichen Bibliotheken in Dänemark haben keinen Sammelauftrag für das kulturelle Erbe, sondern verstehen ihren Bildungsauftrag als Vermittlung von Kompetenzen und Qualifikationen im Hier und Jetzt. Die Gestaltung des Raums hat dabei eine wichtige Funktion. Die öffentliche Bibliothek als Ort für Menschen – nicht für Bücher.

Peter Delin hat als Fachlektor in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin gearbeitet und dort zwanzig Jahre lang den Filmbestand aufgebaut.
Beate Detlefs ist Diplom-Bibliothekarin und Master der Bibliotheks- und Informations-wissenschaft. Nach 25 Jahren im Ausland lebt und arbeitet sie seit 2014 in Berlin.
Frauke Mahrt-Thomsen hat von 1967-2008 an der Stadtbibliothek (Friedrichshain-) Kreuzberg in Berlin gearbeitet und ist seit 1988 Mitglied des AK Kritischer BibliothekarInnen bzw. Kritische Bibliothek.

 

 

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