Kritische Bibliothek
Bürgerrat statt Mitmachfalle

Ein Vorschlag zur Partizipation an öffentlichen Bibliotheken.
Öffentliche Arbeitssitzung des AK Kritische Bibliothek auf dem
7. Bibliothekskongress in Leipzig, Messecentrum, Vortragsraum 12,
am Montag, d. 18.3.2019, 16.00-18.00 Uhr. 
Sitzungsleiterin: Frauke Mahrt-Thomsen, AK Kritische Bibliothek und Bürgerinitiative Berliner Stadtbibliotheken.
Referenten: Karl Goebler, BI Berliner Stadtbibliotheken und Berliner Wassertisch; Peter Delin, BI Berliner Stadtbibliotheken.
Abstract: 
Bisher dürfen Bürgerinnen und Bürger in öffentlichen Bibliotheken zwar ‚mitmachen‘, aber nur selten mitbestimmen. Sie äußern ihre Wünsche und Meinungen, bringen ihre Ideen und Vorschläge ein und leisten ehrenamtliche Mitarbeit, in der Hoffnung, Einfluss nehmen zu können. Doch auf diese Weise fördern sie meist nur die Strategien, die von den derzeit herrschenden Kräften in Bibliothek und Gesellschaft für die Entwicklung der Bibliotheken vorgesehen sind, aber nicht mit ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen übereinstimmen. In dem Maße, wie Letzteres der Fall ist, handelt es sich nicht um Partizipation, sondern um eine „Mitmachfalle“. Demgegenüber möchten wir eine Form der Partizipation vorstellen und gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutieren, bei der die Bevölkerung mittels echter Anhörungs- und Mitentscheidungsrechte ihre eigenen Interessen ergebniswirksam zur Geltung bringen kann. Es handelt sich um ein Modell der kontinuierlichen direktdemokratischen Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an ‚ihrer‘ Bibliothek: das Modell eines Bürgerrats Bibliotheken. Ein Rat in der von uns konzipierten Form erscheint geeignet, einen Lernprozess aller beteiligten gesellschaftlichen Gruppen, einschließlich der Politiker und Verwaltungsmitarbeiter, anzustoßen und dem wachsenden Vertrauensverlust zwischen Bevölkerung und ‚Eliten‘ entgegenzuwirken. Im Hinblick auf demokratische Legitimität, Qualität, Innovation und praktische Umsetzung der Wünsche der Bürgerinnen und Bürger dürfte ein solcher Rat eine bessere und konsensfähigere Aufgabenerfüllung der Bibliothek im Sinne des Gemeinwohls generieren, als dies ohne seine Beratung und Mitentscheidung der Fall ist.

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