Die öffentliche Arbeitssitzung der Kritischen Bibliothek auf dem
Bibliothekstag in Hamburg zu dem Thema
Mehr Demokratie wagen – ein neues Grundverständnis für
die bibliothekarische Arbeit
findet statt am Donnerstag, 24.5.2012, 13.30-15.30 Uhr
im Vortragsraum HG 154 der SUB (Staats- und Universitätsbibliothek).
Der Raum bietet Platz für 120 Personen, über zahlreiches Erscheinen
würden wir uns freuen!
Zwei Kollegen werden Einstiegs-Referate zu unserem Thema halten:
Gerhard Zschau: Rechtsextremismus - Gefahren und Handlungsauftrag für öffentliche Bibliotheken
Peter Jobmann: Berufsstand ohne Berufsbild - Ein Versuch, das bibliothekarische Handeln auf eine neue Grundlage zu stellen.
Moderation: Frauke Mahrt-Thomsen.
Wir wünschen uns eine lebhafte Diskussion zu den Thesen der Referenten, die vor dem Hintergrund jüngerer Zeitereignisse eine verstärkte Aktualität bekommen.
Vorschau / Abstract zur Veranstaltung:
Bibliothekarinnen und Bibliothekare stehen unter immer größerem Rechtfertigungsdruck und sind einem beständigen Legitimationszwang ausgesetzt. Um dauerhaft zu bestehen, braucht es daher ein klares Berufsbild, auf das sich alle Beteiligten des Berufsstandes beziehen können. Es muss die eigenen Fähigkeiten, die Einordnung in ein gesellschaftliches Umfeld und letztlich die Notwendigkeit der Existenz des Berufsstandes darlegen. Aktuelle Diskussionen zeigen aber: es gibt kein klares Berufsbild mehr. Ob Webdesigner/in, Pädagoge/in, Bibliotheksleiter/in, Informatiker/in oder Sozialarbeiter/in, die nötigen Fertigkeiten zur Arbeit in einer Bibliothek werden immer differenzierter. Sie spezialisieren sich je nach Bibliothekstyp und der Position innerhalb der Bibliothek. Benennt man zusätzlich die von Bibliotheken selbstgesetzten Ziele, wird die Notwendigkeit einer weiteren Professionalisierung deutlich: nicht nur pädagogische Grundfertigkeiten sind gefragt, sondern PädagogInnen; nicht nur Grundkenntnisse der Informatik sind gefragt, sondern InformatikerInnen usw. Dies gilt es in Einklang zu bringen mit bibliothekarischem Grundwissen. Deutlich wird: die fachlichen Grundlagen erscheinen als ungeeignet für den Entwurf eines allgemeingültigen Berufsbilds. Worauf man sich hingegen berufen kann, ist der gesellschaftliche Auftrag von Bibliotheken. Dieser beinhaltet das Verständnis, ein wesentlicher Grundpfeiler der Demokratie zu sein. Aktuelle Beispiele des Eingriffs in bibliothekarische Arbeit zeigen, dass die Freiheit von Bibliotheken in einer Demokratie nicht selbstverständlich ist. Eine Aufgabe, der man sich daher zukünftig stellen muss, ist: „Demokratie lernen“. Nicht nur, um Bibliotheken vor undemokratischen Eingriffen verteidigen zu können, sondern auch, damit sie Vorbilder für demokratische Prozesse werden.
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