Kritische Bibliothek

Privatisierung – Kommerzialisierung der Bibliothek?

Eine besondere Dienstleistung in bundesdeutschen Bibliotheken? Ein kritischer Bericht zum Thema „Bestsellerservice“ [PDF], Einkauf und Vermarktung in deutschen Bibliotheken.

„Warum sollte ein börsennotiertes Unternehmen, das nur seinen Aktionären gegenüber und nicht einem abstakten, philantropischen Begriff von Gutsein und Neutralität verpflichtet ist, eine Firma, die im internationalen Informationsmarkt nahezu eine Monopolstellung hält und überall schon dort ist, wo der Nutzer erst hinläuft, warum also sollte eine solche, auf dem Mysterium ihrer Suchalgorithmen gegründete Firma das Wissen demokratisieren wollen?“

In:

  • „Das Monopoooool: Warum Google immer gefährlicher wird“, SZ, 25.7.2008
  • „Die Zukunft des Wissens“ von Daniel Leisegang. In: Blätter für deutsche und internationale Politik 2009. S. 111-120.
  • „Auf dem Weg ins digitale Niemandsland?“ von Roland Reuß. In: Forschung und Lehre 9/2009
  • Jean-Noel Jeanneney: „Googles Herausforderung“. Berlin: Wagenbach, 2006.
  • „Open Enteignung: Wissen zum Nulltarif, Demokratisierung durch Google? Das Schlagwort ‚Open Access‘ klingt gut, doch auf dem Spiel steht nicht weniger als die Bewahrung des Wissens unserer Gesellschaft“ In: taz, 20.3.2009

„Die Einnahmen aus World-Cat-Gebühren und Fremddatendiensten machen mehr als ein Drittel der Gesamteinnahmen OCLCs aus [..] Vor diesem Hintergrund nimmt es nicht wunder, dass OCLC versucht eine Policy einzuführen, welche
die Geldströme auch in Zukunft sichern soll. Mit der Ankündigung dieser rechtsverbindlichen Regelung hat OCLC Anfang November 2008 die Gemüter kritischer Bibliothekare und von Open-Data-Verfechtern erhitzt. Viele Passagen der Policy erwecken den
Eindruck, dass sich OCLC ein Monopol auf die WorldCat-Daten sichern will“

In:

  • Adrian Pohl: „OCLC, World Cat und die Metadaten-Kontroverse.“ Bibliotheksdienst, 3/2009. S. 274-290
  • „Alle Macht den Bibliotheken“ In: B.I.T.online, 12/2009. S. 61-67

„Seit Anfang dieses Jahrhunderts sucht Google nach Möglichkeiten, buchstäblich alle Bücher der Welt zu scannen. Etwas sieben Millionen Bücher, darunter womöglich mehr als 100 000 deutsche, sind bereits bearbeitet – freilich hat niemand die Rechteinhaber dieser Bücher gefragt, ob sie das auch wollen. […]

Bei der Umsetzung des moon shot halfen Google zunächst amerikanische und englische Universitätsbibliotheken […] Inzwischen kooperiert Google weltweit mit sehr viel mehr Partnern aus dem universitären Bereich […] Mehr als 750 Autoren, Verleger und Wissenschaftler unterzeichneten einen Protestaufruf des Heidelberger Literaturwissenschaftlers Roland Reuß“

In:

  • „Auf dem Rücken des Autors“, Die Zeit, 2.4.2009)Nun sind die Bücher der Österreichischen Nationalbibliothek dran. In einem Public Private Partnership ist Google Partner der ÖNB geworden. „Google handelt nicht aus Altruismus oder Menschenliebe, sondern aus Profitinteresse.“ Siehe dazu: „Am Gängelband einer Suchmaschine“, Standard, 25.6.2010.
  • „Google – der ungeliebte Buchretter“ In: taz, 6.10.2009, S. 17
  • Gemeinsame Erklärung der EU-Kommissare Reding und McCreevy zum Thema digitale Bücher und Urheberrechte. EUROPA Pressemitteilung. MEMO/09/376 7.9.2009
  • Robert Darnton: „Verstaatlicht Googles Buchmaschine!“ In: FAZ, 14.10.2009. S. N9; und „Im Besitz des Wissens: Von der Gelehrtenrepublik zum Google-Monopol“. In: Le Monde diplomatique (dt. Ausg.), April 2009
  • „Freier Zugang zum Weltwissen? Verlage und Autoren beklagen die rücksichtslose Digitalisierungspraxis. Das ‚Google Settlement‘ enteignet geistiges Eigentum im Weltmaßstab“ In: „Das ist das Teuflische an diesem Plan“, FAZ, 19.3.2009

Gratisprinzip oder Bezahlbibliothek? [PDF]

Am Beispiel von Deutschland oder Italien behandelt die Verfasserin Siv Wold-Karlsen die Diskussionen um Bibliotheksgebühren in den beiden Ländern. Eine Zeitlang waren sie in Westdeutschland abgeschafft, aber nun gibt es eine Reihe von Gebühren in Deutschland sowie Italien, die riskieren, die Bibliotheken den Anklagen der Buch- und Videobranche auszusetzen wegen Konkurrenz mit Hilfe von Steuersubventionen. Privatisierung von Zentralen Bibliotheksdiensten:- BTJ in Schweden wurde mehrmals verkauft, umorganisiert und zersplittert. – Privatisierung der EKZ: „Jörg Meyer neuer EKZ-Mehrzeitseigentümer“ in General-Anzeiger Reutlingen, 6.12.2007

Literatur:

„Ombudsmann warnt: Bürgerrecht auf Zugang zu Dokumenten ist in Gefahr“ In: Der Europäische Bürgerbeauftragte. Pressemitteilung Nr. 7/2008, 2.6.2008


GATS und EU – was passiert mit der Kultur

Artikel 212 der EU-Verfassung

Das Vetorecht der Einzelstaaten in Sachen Kultur könnte in Zukunft entfallen. „Bei der Neuauflage der EU-Verfassung droht den Mitgliedstaaten Kompetenzverlust im Medienbereich. Urheberrecht,
Rundfunkgebühren sowie das weite Feld der Kultursubventionen“ (dazu zählen auch Bibliotheken) „könnten dann als „Handelsaspekte“ von der EU-Kommission geregelt werden.“

(aus: TAZ, 12.6.2003)

Literatur dazu:

  • „Brüssel streicht. Die EU-Kommission hat etwas gegen die in Skandinavien übliche Bibliotheksabgabe.“ In TAZ 6.1.2005, S. 16″
  • EU-Verfassung: Die europäische Konstitution des Neoliberalismus“ von Heiner Busch, Wolf Dieter Narr, Elke Steven. ISBN 3-88906-108-7.“Bibliothekare fürchten Liberalisierungen à la Gats …“. In TAZ 16.7.2003, S. 14
  • terre des hommes: „Freie Märkte für freie Bürger? GATS: Das Abkommen über Dienstleistungen“. August 2003. „Social Watch-Report 2003“, über terre des hommes zu beziehen.
  • „Die Kultur muss sich behaupten“. Interview mit Kulturstaatsministerin C. Weiss. In TAZ 26.2.2003, S 15


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Kontakt

Anregungen, Vorschläge und Texte an:
redaktion@kribiblio.de

Inhaltliche Gestaltung:
Frauke Mahrt-Thomsen
frauke.mahrtthomsen@gmail.com
Torstraße 221
10115 Berlin
Tel.: 0 30 / 28 09 90 04

Technische Umsetzung:
Ronny Sternecker
ronny.sternecker@gmail.com
Felicitas-Füss-Str. 56
81827 München
Tel.: 0152 / 22765664

Suche